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Bergbauaktivitäten im San Lucano-Tal

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Bergbau von seinen Anfängen bis zum 18. Jahrhundert

Im gesamten Agordino Gebiet zu welchem auch das San Lucano Tal gehört, blühte in der Vergangenheit die Bergbauindustrie, geführt von Dynastien wie die Crotta Familie sowie anderen, weniger bekannten Wirtschaftsakteuren.

Dank seiner einzigartigen geologischen und geomorphologischen Eigenschaften, erlangte das Tal große Bedeutung sowohl aus bergbaulichem als auch aus mineralogischem Gesichtspunkt; sein mineralogischer Wert wird immer noch von Kennern geschätzt. Das Gebiet ist vom Kontakt zwischen Vulkaniten und Sedimentgesteinen betroffen. Die Zusammenwirkung dieser zwei Gesteinen hat zur Entstehung von zahlreichen wertvollen Mineralien wie Heulandit, Analcim, Quarz, Amethystquarz, Chalcedon, Calcit usw. beigetragen; weiters komen Mineralien von industrieller Bedeutung wie Pyrit, Chalkopyrit, Bornit, Kupfer, Siderit, etc. vor. Ausgerechnet die Verbreitung vom Siderit hat die Bergbautätigkeiten im Tal vorangebracht.

Es wird angenommen, dass der Beginn der "Bergbauarbeiten" im San Lucano-Tal und im Agordino bis in die Antike zurückreicht, auch wenn der erste echte Beleg über solche Tätigkeiten aus dem Jahr 1666 stammt. Bereits in Römerzeiten waren einige Minen aktiv. Diese Vermutung leitet sich aus einigen historischen Daten ab, wie der urkundlich belegte  Hochofen, in dem Eisenerz aus Fursil verarbeitet wurde und zwischen 1394 und 1509 im San Lucano-Tal betrieben wurde.

Im 13. Jahrhundert ließ sich die aus Venedig stammende Familie Costa in Taibon und in Forno di Val an der Einmündung des San Lucano-Tals nieder; die Familie interessierte sich sowohl für die Wasserenergie des Baches Tegnas, als auch für die in der Gegend vorhandenen Bergwerke. Als Resultat blühte die Metallverarbeitung in der Region.

Leider sind nur wenige Urkunden vorhanden, die den Bergbau zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert belegen. Dies ist auf die turbulente politische Situation in der Region während dieser Periode zurückzuführen.

Seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts wurden die politische Stabilität sowie die Lebensbedingungen im Agordino verbessert, was wiederum die Einführung detaillierter Aktenführung förderte. Die erhaltenen Unterlagen über die Prospektionslizenzen in der Gegend zeugen von einer Zunahme der Bergbauaktivitäten auch im Tal von San Lucano.

Im 17. Jahrhundert erweiterte sich die Suche nach Bodenschätzen im San Lucano-Tal hauptsächlich aufgrund der zahlreichen Ablagerungen von Metallerzen sowie der Notwendigkeit die steigende Nachfrage seitens der Republik Venedig nachzukommen. Der genaue Standort der Bergbauwerke ist nicht mehr bekannt - Grund dafür sind die Bezeichnungen, die sich auf eine große Fläche beziehen, die aufgrund der Umweltveränderungen und des morphologischen Wandels nicht mehr zu erkennen sind. Außerdem werden viele Ortsnamen in der modernen Kartographie entweder aufgelassen oder anders bezeichnet.

Die Standorte, die auf die alten Minen hinweisen, wurden einerseits aufgrund vergangener Angaben lokalisiert und wiederhergestellt unter Berücksichtigung der "Nachrichten über die Bergbauindustrie in Venedig unter der Herrschaft der Republik" von E. Oreglia (1915) und andererseits mit der Hilfe geologischer Daten und zwar durch mineralisierte Spuren; dadurch wird die Echtheit der Angaben verstärkt, allerdings nicht mit absoluter Sicherheit bestätigt.

Bergbauforschung im 20. Jahrhundert, Schlußakt

Die Aufzeichnungen der Bergbauaktivitäten wurden leider zwischen 1748 und dem autarken Regime aufgelassen; danach wurde im gesamten Agordino die Suche wieder aufgenommen und zwar an jenen Orten, wo einst Bergbauwerke dokumentiert worden waren. Zahlreiche Minen entsprachen den genauen Stellen wie in der Vergangenheit. Mit einer Dutzend von Prospektionslizenzen durch die Republik Venedig wurde sas Tal zu einem attraktiven Ort aus bergbaulicher Sicht für viele Unternehmer aus Belluno im 17. und 18. Jahrhundert.

Einer dieser Unternehmer war BC di Sospirolo, der am 12. Oktober 1924 den ersten Antrag auf eine Konzession für die Suche nach Bodenschätzen in den Gemeinden Taibon und Canale d’Agordo. Der Antrag wurde beim Präfekten von Belluno eingereicht, der ihn wiederum and die Königliche Bergbaudirektion (CRM) in Padua weiterleitete. Dem Antrag wurde eine Karte des betroffenen Gebiets beigelegt. Auf Anfrage der Bergbaudirektion wurde am 6. Dezember 1924 einen detaillierten Bericht über die aus bergbaulicher Sicht identifizierten Gebiete erstellt. Laut dieses Bericht, sind 5 Standorte - 2 in Malgonera, 1 in Valghere und 2 in Campigat vorhanden.

Am 28. desselben Monats stellte der Unternehmer einen neuen Antrag über 2 weitere Bereiche in Cesurette ein. In der Zwischenzeit liefen die jährlichen Prospektionslizenzen von B. C. aus, der am 4. Mai 1926 einen Erneuerungsantrag stellte, der sich auf die Zonen Campigat 1 und 2 sowie Cesurette 1 und 2 beschränkte und auf die Gebiete Malgonera verzichtete. Am 2. Juni desselben Jahres stellte er, wie in seinem Bericht vom 11. Januar 1926 angekündigt, einen Antrag über ein noch nicht berücksichtigtes Gebiet; man vermutet, dass es sich um eine Zone im Reiane-Tal handelt. Der Unternehmer brachte wahrscheinlich die alten Eisenerz- und Kupfergruben der Familie Crotta in Verbindung.

Am 14. Juni 1926 wurde die Prospektionslizenz für das Gebiet Campigat an die Firma L.S. & C abgetreten. Die neuesten Unterlagen diesbezüglich beziehen sich auf die Veröffentlichung der letzten freien Suchlizenz in der Region im Jahr 1929.

So endet fast unbemerkt die Bergbaugeschichte des San Lucano-Tals als die Natur das Land zurückverlangte, das der Mensch seit Jahrhunderten abbaut. Die wahre Mine heutzutage ist das gesamte Tal, das mit seiner geologischen Einzigartigkeit und beispiellosen Schönheit eine sichere Investition für die Bewohner als touristischer Ziel darstellt.

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